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CCS - Clean Cut Surfaces​®

Direkte Übersetzung des Artikels von Journalist Allan Malmberg in PLASTpanorama Nr. 11, 2016. PLASTpanorama ist eine Branchenzeitschrift. Zielgruppe ist die Kunststoffbranche in Dänemark und Skandinavien, u. a. die kunststoff-verarbeitenden und -konsumierenden Bereiche.​​

Vermeiden Sie das Polieren mithilfe optimierter Technologie

Das Polieren ist normalerweise ein fester Bestandteil bei der Werkzeugherstellung für den Spritzguss. Aber nicht beim Unternehmen Michael Lundbech A/S. Dort hat man die Clean Cut Surface-Technik entwickelt, bei der beim Fräsen eine vollständig glatte Oberfläche entsteht – ohne dass eine Nachbehandlung notwendig ist.

​Das Unternehmen Michael Lundbech A/S in Ringsted ist als ideenreicher und kreativer Werkzeugmaschinenhersteller bekannt. Es hat eine neue CSS-Technik entwickelt, bei der das Fräsen von konventionellem Werkzeugstahl so kleine Nuten erzeugt, dass Polieren von Hand nicht notwendig ist. Das bedeutet, dass das sonst für Werkzeug übliche Verfahren des Polierens von Hand entfällt.

- Bei unserer Technik ist das Werkzeugteil fertig, wenn es die Fräse verlässt. Die Oberfläche erscheint völlig glatt und spannungsfrei, erläutert Michael Lundbech, der Gründer und Eigentümer des Unternehmens.

Die Technik ist einzigartig und außergewöhnlich, und weder er noch seine Mitarbeiter könnten andere Unternehmen nennen, die diese Technik beherrschen, bei der es im Grunde darum geht, den Fräsvorgang optimal zu steuern.

- Die CCS-Technik enthält einige Geschäftsgeheimnisse, das Wichtigste ist aber, dass wir die zahlreichen, mit dem Fräsen verbundenen Parameter so im Griff haben, dass das Polieren überflüssig wird. Das ist mit einer Reihe sehr positiver Effekte verbunden. Dadurch, dass das Polieren entfällt, fällt ein zusätzlicher und zeitaufwändiger Arbeitsprozess weg. Auch beinhaltet das Polieren ein potenzielles Risiko, dass die Geometrie des Werkzeugs geringfügig geändert wird, da es nicht möglich ist, das gesamte Werkzeug vollständig gleichartig zu polieren. Beim Fräsen sind wir sicher, dass die Maße stimmen, erläutert Michael Lundbech.

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Direktor Michael Lundbech im Kernbereich des Unternehmens, der aus Bearbeitungszentrum, Senkerodiermaschine und einem Roboter besteht. Das Bearbeitungszentrum und die Senkerodiermaschine werden vom Roboter bedient. In diesem Kernbereich hat die weitgehende Entwicklung von CCS stattgefunden.​​​​

Das Mikroskop verschafft Klarheit

Bei jedem Fräsvorgang entstehen normalerweise Frässpuren. Im Mikroskop sehen diese einer Reihe nebeneinander gestapelter Teller ähnlich. Selbst kleine Nuten hinterlassen einen Abdruck auf dem Werkstück, wenn sie nicht entfernt werden. Im schlimmsten Fall entstehen richtige Streifen, aber normalerweise entsteht lediglich der Eindruck, dass das Werkstück nicht so glatt ist, wie es sein könnte.

Diese Fräsnuten treten bei der CCS-Technik nicht auf, wie ein Blick ins Mikroskop deutlich zeigt. Die Oberfläche ist vollständig gleichmäßig. - Selbst wenn man eine höhere Auflösung wählt, wird man einen hohen Grad an Gleichmäßigkeit sehen, sagt er voraus.

Projektleiter René Hansen an der Senkerodiermaschine des Betriebs beim Kontrollieren eines Einsatzes für ein Spritzgusswerkzeug.​

Projekt war Anstoß zu der Idee

Die CCS-Technik wird seit Jahren entwickelt. Die Idee entstand im Zusammenhang mit einem Projekt, das vom Højteknologifonden [Fonds für Spitzentechnologie] gefördert wurde. Ziel des Projekts war es, eine Technologie zu entwickeln und zu implementieren, die den Einsatz nanostrukturierter Oberflächen von Kunststoffteilen aus Spritzguss ermöglichte. Genauer gesagt ging es darum, ein Werkzeug für ein Kunststoffwerkstück zu entwickeln, dessen Kunststoffoberfläche eine Struktur hat, die das Licht so bricht, dass nur Licht innerhalb eines sehr begrenzten Wellenlängenbereichs reflektiert wird. Dadurch würde die Oberfläche eine gleichmäßige Farbe haben. Aber um die Nanostruktur direkt in der Stahloberfläche zu erzeugen, musste neben der Rauheit auch das Spannungsniveau der Oberfläche reduziert werden, und man überlegte, inwieweit das Fräsen so optimiert werden könnte, dass die Nuten und Spannungen vollständig verschwinden.

​- Als es das erste Mal gelang, arbeiteten wir mit einem 6 mm-Kugelfräser, aber heute können wir das Verfahren mit einem 2 mm-Kugelfräser steuern, erläutert Michael Lundbech.

Die zahlreichen Parameter werden optimal gesteuert, und das ergibt insgesamt die richtige Fräsung. CCS – Clean Cut Surfaces® – ist jetzt ein eingetragenes Warenzeichen.

- Wir verwenden dieselben Maschinen und dieselbe Ausrüstung wie alle anderen in dieser Branche, daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis die besten unserer Wettbewerber ebenfalls unser derzeitiges Niveau erreichen. Wir arbeiten an der Vermarktung unserer Technik und natürlich denken wir schon an den nächsten Schritt, damit wir auch in Zukunft zu den allerbesten in der Branche zählen werden, betont Michael Lundbech.

Ohne CCS-Technik gefräste Oberfläche.​​

Mit CCS-Technik gefräste Oberfläche.​

Ein neues Produkt auf dem Markt

Mit der CCS-Technik hat die Michael Lundbech A/S ein Produktionsverfahren entwickelt, mit dem die Wertschöpfungskette für den Kunden optimiert wird, wobei das Polieren weggelassen und dadurch Bearbeitung, Zeit und Risiken minimiert werden können. Das Unternehmen entwickelt daher ein völlig neues Produkt. Es handelt sich um ein Aufträge produzierendes Unternehmen, das sich u. a. mit der Entwicklung von Prototypwerkzeugen und Kunststoffwerkstücken aus Spritzguss beschäftigt, die der Kunde für die Weiterentwicklung des fertigen Produkts einsetzen soll.

Die Technik ist noch nicht allzu weit verbreitet, aber der Projektleiter René Hansen von Michael Lundbech A/S zweifelt nicht daran, dass man über eine fantastische Technik verfügt.

- Wir haben ein kleines Werkzeug mit den Buchstaben ML entwickelt, wobei das M mit CCS-Technik gefräst worden ist. Das Werkzeug wurde auf der Plast Technik Nordic 2016 gezeigt, wo es viel Aufmerksamkeit erregte und oft positiv kommentiert wurde.​

​Werkzeugeinsatz, bei dem das M des Logos mit CCS-Technik gefräst worden ist. Das Kunststoffwerkstück, das man mit diesem Werkzeug bekommt, hat einen Oberflächenglanz wie ein Werkstück, das mit einem handpolierten Werkzeug gegossen wurde.